Goethebunker Interview #01 – Oliver Hafenbauer

Oliver Hafenbauer ist sowas wie das neue Gesicht des Robert Johnson. Er ist nicht nur der Resident DJ, sondern auch der musikalische Kurator/Booker des weltweit bekannten Clubs in Offenbach. Zusammen mit Ata betreibt er zusätzlich das Label „Live at Robert Johnson“ und ist ein Teil des Duos B.H.F.V mit Christian Beisswenger (Arto Mwambe).

 

Hallo Oliver, du bist seit ca. 2009 der musikalische Direktor des Robert Johnson. Inwiefern würdest du dich stilistisch von deinem Vorgänger Ata unterscheiden? Und nach welchen Kriterien lädst du die Künstler ein?

Ata ist ja nicht mein Vorgänger, er hat den Club vor 14 Jahren ins Leben gerufen, es ist sein Laden. Ich mache das Programm und orientiere mich an der Geschichte des Clubs und den Künstlern, die ihn mitgestaltet haben, wie z.B. Zip, Ricardo Villalobos, Gerd Janson oder Roman Flügel. Dazu halte ich Ausschau nach jungen aufstrebenden Künstlern und lade sie ein. Das Robert Johnson ist ein Platz für verschiedenste Aspekte von Tanzmusik, Techno bis zu nerdigeren House Sachen. Ich finde es daher wichtig die qualitativ wichtigen Artists im Programm zu präsentieren.

 

Neben den Bookings kümmerst du dich auch um das Label „Live at Robert Johnson“. Bleibt da genügend Zeit für eigene Projekte?

Ja, natürlich. Ich mache selbst Musik und bin gerade dabei ein eigenes Label zu gründen. „Live At Robert Johnson“ ist für mich eine Art Dienstleistung. Der Club und sein Label nehmen viel Zeit in Anspruch, die wenige freie Zeit für eigene Projekte ist daher sehr wichtig. Ich denke, dass ich mich in Zukunft mehr darauf konzentrieren werde.

 

Wie siehst du die ganze Debatte „Hardware vs. Software“? Sei es beim Auflegen oder im Studio.

Sagen wir es mal so: Ich bin wirklich sehr froh viele junge DJs in Frankfurt zu sehen, die ausschließlich mit Vinyl auflegen. Im Grunde dreht sich ja unser Business um Schallplatten. Generell finde ich es aber nicht verwerflich, wenn jemand mit dem Computer spielt. Es kommt immer darauf an, was der Künstler damit bezwecken will.

 

Die fünf wichtigsten Voraussetzungen was einen guten Club ausmacht:

  1. Gutes Publikum

  2. Die Räumlichkeiten richtig nutzen

  3. Eine überdimensionierte Anlage, eingebaut von einem Profi

  4. Gute Musik

  5. Engagiertes Personal und Betreiber

 

Im Ausland redet man meistens nur von der Berliner Club-Szene. Tut man da den anderen Städten wie Hamburg, Frankfurt, München, Köln etc. unrecht? Wie ist deine Wahrnehmung?

Berlin kann man sein derzeitiges Standing der Club-Szene nicht absprechen. Da passiert einfach soviel. Wie viele gute Künstler da an einem Wochenende in der Stadt sind. Absoluter Wahnsinn. Frankfurt ist ja schon mit zwei Clubs überfordert. Aber die anderen deutschen Städte stehen Berlin mit deren Musik-Szenen nichts nach: Hamburg mit Smallville, Köln mit Kompakt, München mit Permanent Vacation und so weiter. Gerade Frankfurt hat zur Zeit eine sehr vitale Szene mit Leuten wir Lauer, The Citizen’s Band, Roman Flügel, Labels wie Workshop oder Running Back und dem ganzen talentierten Nachwuchs, da wird in den nächsten Jahren noch einiges passieren

 

 

Event: 27.06.13 GB SUMMER CLOSING WKND #01 w/ Oliver Hafenbauer

Interview Ahmet Sismanhttp://www.facebook.com/events/129620413898613