Goethebunker Interview #38 – SHDW & Obscure Shape

SHDW & Obscure Shape sind relativ neue Namen in der Szene und dennoch zeigen die Jungs, wie einfach man sich als Musiker verwirklichen kann. Alles hat – so wie in vielen Fällen – mit dem Feiern und einer eigenen Partyreihe angefangen. Schnell bemerkt man, man will mehr und setzt sich tiefer mit der Materie auseinander. Nach dem Prinzip „Learning by Doing“ folgen eigene Produktionen und eine dazu dienende Platform. Die Partyreihe und das Label From Another Mind ist ein passendes Beispiel für den guten alten Weg: Nämlich die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Die Jungs geben diesen Samstag ihr Debüt im Goethebunker und Ahmet Sisman hat vorab mit Ihnen ein Interview geführt.

 

Ihr spielt zum ersten Mal im Goethebunker. Habt Ihr schon mal was von dem Club gehört?

Wir haben schon sehr viel von den Parties im „Goethebunker“ mitbekommen. Egal ob als Gast oder als Künstler, alle hatten immer sehr viel Spaß! Sind schon super gespannt auf die Location und freuen uns sehr auf die Nacht!

 

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Wir kennen uns schon gefühlt seit einer halben Ewigkeit, circa acht bis neun Jahre! Durch die Musik hatten wir sehr viele gemeinsame Freunde und haben uns dann eines Tages getroffen.

 

„From Another Mind“ war im Ursprung eine Partyreihe in Stuttgart. Was hat euch dazu bewegt, mehr daraus zu machen?

Ein eigenes Label aus der gleichnamigen Party-Reihe zu gründen war von Anfang an ein Plan von uns. Dabei war uns wichtig eine Plattform zu schaffen, die uns die Möglichkeit bietet, völlig unabhängig Musik zu veröffentlichen und uns musikalisch selbst verwirklichen zu können. Im März 2015 haben wir uns letztlich dazu entschlossen mit From Another Mind diesen Weg frühzeitig zu gehen. Wir sind froh darüber, diesen Schritt gewagt zu haben!

 

Was sind eure Lieblingsspielzeuge im Studio?

Wir besitzen diverse Musikinstrumente / Synthesizer wie z.B. eine Roland TR-909, Dave Smith Pro 2, Novation Bass Station 2, Elektron Rytm etc.! Allerdings arbeiten wir momentan immer noch hauptsächlich mit dem Computer und nutzen verschiedenen Plug-Ins, arbeiten uns aber mit der Zeit in unsere Maschinen ein.

 

Gibt uns einen kleinen Eindruck als Duo im Studio: Habt ihr z.B. Eine durchdachte Arbeitsaufteilung oder entstehen gewisse Ideen spontan beim Ausprobieren?

Die meisten Tracks entstehen spontan beim Ausprobieren. Natürlich haben wir immer eine Inspiration bzw. gewisse Vorstellung in welche Richtung es gehen soll, aber hier entsteht dann auch oft ein weiterer Grundbaustein für ein neues Projekt, welches mit der eigentlichen Idee nichts zu tun hat. Aber das ist ja das tolle am Musik machen, dass die besten Tracks spontan entstehen – davon können wir ein Lied singen!

 

Was mich persönlich interessiert: Als Produzenten veröffentlicht ihr grundsätzlich zusammen, aber dennoch zieht ihr es vor, einzelne Künstlernamen zu haben. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Unsere beiden Pseudonyme „SHDW“ und „Obscure Shape“ hatten wir bereits vor dem gemeinsamen Produzieren ins Leben gerufen. Aber einen bestimmten Grund, weshalb wir keinen gemeinsamen Künstlernamen haben, gibt es nicht.

 

Ist „From Another Mind“ eher eine Platform exklusiv für euch oder wollt ihr auch weitere Künstler aufnehmen?

Bisher haben wir es nicht geplant, die Musik von externen Künstlern zu veröffentlichen. Es freut uns natürlich sehr, dass viele Musiker ihre Produktionen bei uns gern veröffentlichen würden, allerdings möchten wir diese Plattform nur für uns vier vorerst nutzen und ausbauen.

 

Irgendwelche Tipps für aufstrebende Künstler? Was soll man unbedingt beachten und vielleicht vermeiden?

 

Drei ultimative Tipps:

  1. Niemals auf einem Projekt hängenbleiben, wenn man gerade nicht weiterkommt oder der Funke nicht überspringt. Das kostet nur unnötig viel Kraft & Nerven. Neues Projekt öffnen und weiter geht’s!

  2. Den Kopf niemals hängen lassen, wenn ein Label nicht antwortet oder die Tracks nicht veröffentlichen möchte. Man muss immer an sich selbst glauben und weitermachen!

  3. Weniger ist oftmals mehr. Egal ob bei der Mail an das Label, die Auswahl der Tracks für die Demo, die Anzahl der Veröffentlichungen / Remixe des Künstlers oder die Selbstvermarktung im Internet.

 

Ein Track, der immer funktioniert, egal wann und wo.

Marco Carola – Diapason | ZENIT14 (2003)

 

Welche Künstler findet ihr aktuell gut?

Da gibt es viele Künstler! Um ein paar wenige zu nennen: Shlømo, Ryan James Ford und Ancient Methods.

 

Wie wichtig ist die Eigenvermarktung als Künstler in den sozialen Medien? Empfindet ihr das manchmal als Last?

Leider ist die Eigenvermarktung, v.a. in sozialen Netzwerken, ein wichtiger Bestandteil eines jeden Künstlers. Wir empfinden das durchaus als Last, da wir hier absolutes Verbesserungspotential haben. Weniger ist zwar oftmals mehr, allerdings ist zu wenig kontraproduktiv. Letztendlich wollen „Deine Fans“ auch mit Content gefüttert werden!

 

Freundschaft und Musik als Geschäft: Kann das manchmal zum Verhängnis werden?

Naja, wir sagen immer ganz gerne, dass wir wie ein altes Ehepaar sind, was eigentlich schon alles verdeutlicht! Es gibt Tage, da machen wir uns gegenseitig nur Vorwürfe und haben sinnfreie Auseinandersetzungen. Andererseits macht es vieles auch einfacher und entspannter, da wir uns gerade so gut kennen, uns ergänzen.

 

Was steht demnächst bei euch an?

Nächste Woche wird unser Remix für den Techno-Klassiker „Envoy – Dark Manoeuvres“ auf Soma Recordings veröffentlicht. Im Dezember kommt dann – endlich – die nächste From Another Mind Platte heraus. Dafür haben wir acht Künstler für uns gewinnen können, welche unsere Originaltracks in ihre eigene Version umgesetzt haben. Für 2017 haben wir auch schon einiges fixiert, aber mehr wollen wir dazu nicht verraten, soll ja noch spannend bleiben!

 

05.11.16 Bunkernacht mit SHDW & Obscure Shape